Historie des Gewerbevereins Owschlag

Wie in vielen anderen Gemeinden gründeten am 18.04.1983 in Owschlag 11 Unternehmer aus Handel, Handwerk und gewerbe eine Interessengemeinschaft: Den Gewerbeverein Owschlag.

Dieser Verein hatte zum Ziel, gemeinsame Interessen seiner Mitglieder unter Beachtung der örtlichen Verhältnisse wahrzunehmen und zu fördern.

Durch gemeinsame Aktionen wollte sich der Verein den Bürgern in Owschlag und Umgebung darstellen und über die Leistungsfähigkeit seiner Betriebe informieren. 

Gründungsmitglieder waren: Arno Woidt (Betonwerke Woidt), Max Förster sen. (Hotel Försterhaus), Detlef Kornappel (Gaststätte De Muusfall), Peter Sierk (Autohaus Owschlag), Winfried Krings (Elektrogeschäft), Hans-Jürgen Kühl (EDEKA-Markt), Hans-Arnold Schröder (Sanitär und Heizung), Helmut Joost (Tannenhandel), Hans-Friedrich Talinski (Blumengeschäft), Johannes Rathje (Immobilien) und Reinigungsfirma Claus aus Ramsdorf.

1. Vorsitzender wurde 1983 Arno Woidt, ihm folgten dann Harald Wollborn, Detlef Kornappel, Max Förster sen., Klaus Kowsky, Bernd Sakolowski und der derzeitige Vorsitzende Thomas Nestler (Elektofachgeschäft). 

Kassenwart war in der Gründungszeit Peter Sierk vom Autohaus, danach Wolfgang Hall (Leiter der Sparkassenfiliale). Als Herr Hall in Rente ging, fand sich zunächst niemand, der das Amt übernehmen wollte. Schließlich erklärte sich Ulrich Schäfer (Stahlbau) bereit, die Kasse zu führen, was er dann aber nie selber getan hat, denn er gab den Auftrag sofort weiter an seine Frau, die diesen Posten bis dato innehat.

Schon im Gründungsjahr 1983 wurden 10 Weihnachtssterne angeschafft, und zur Verschönerung der Vorweihnachtszeit in der Bahnhofstr. Und in der Bergstr. Installiert. Bereits im nächsten Jahr wurde die Weihnachtsbeleuchtung um nochmals 10 Sterne erweitert. 

Mit einer Tombola zur Adventszeit erzielte man einen Erlös, der eine Windschutzanpflanzung an der Badestelle am Owschlager See im folgenden Jahr ermöglichte.

Anfang 1985 stellte der Verein einen Antrag an die Gemeinde, an der Beekstr. Im Bereich des Försterhauses eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzurichten. Außerdem wurde darum gebeten, die Ortseinfahrtsschilder am Gewerbegebiet genauer zu beschriften und zur besseren Erkennung bei Dunkelheit Straßenlaternen auf den Verkehrsinseln an der L265 aufzustellen. Beide Anträge wurden von der Gemeinde genehmigt und durchgeführt. 

Im Jahr 1985 wandte sich der Verein an die Gemeinde mit der Bitte, den Hebesatz der Gewerbesteuer zu senken. Nach diversen Beratungen kam im Dezember 1985 die Antwort, dass der Hebesatz von 300% auf 275% gesenkt würde.

Das Buswartehäuschen an der Eisenbahnstr. wurde vor einigen Jahren von Mitgliedern des Vereins in Eigenleistung errichtet, einige andere spendeten das nötige Geld dafür. 

Zwei Ortstafeln mit Angabe von Wanderwegen rund um Owschlag wurden am Bahnhofsvorplatz aufgestellt. Drei Willkommen-Schilder verschönern die verschiedenen Ortseingänge, dazu wurden dann später noch Blumenkübel platzier und den Jahreszeiten entsprechend bepflanzt.

Die Duschen in der Turnhalle erhielten neue Duschköpfe. Ständig wurde die Weihnachtsbeleuchtung weiter ausgebaut oder repariert. An den verschiedenen Wanderwegen im Owschlager Umkreis stellte der Verein Sitzbänke auf. Des Öfteren erhielten der Kindergarten, das Soundorchester, die Kindertanzgruppe vom Siedlerbund, sowie die Feuerwehren Geldbeträge, um sich kleine Wünsche zu erfüllen. In der vergangenen Spielsaison erhielten die Mini-Handballer der neuen Spielvereinigung OKT (Owschlag-Kropp-Tetenhusen) neue Trikots mit dem Aufdruck des Gewerbevereins. 

2006 fand unter der Leitung des Gewerbevereins eine Spendenaktion zugunsten der neuen Orgel für die Owschlager Kirche statt. Es kam der stattliche Betrag von 5.339,- Euro zusammen, den der Verein auf 6.000,- Euro aufrundete.

Eine große Anschaffung waren die Weihnachtsbuden, die in der Zeit des 1. Vorsitzenden Klaus Kowsky von der Diakonie gekauft wurden. Früher mussten diese Buden bei jedem Einsatz auf- und abgebaut werden. Auf Veranlassung von Ulrich Schäfer setzten einige Mitglieder in einer gemeinsamen Aktion die Buden fest auf Holzbalken. Seither können sie nun mittels eines Laders und LKW fix und fertig zum jeweiligen Festplatz transportiert werden. 

Am 14.09.2008 wurde ein „Moorfest“  im Owschlager Moor unter der Leitung des Gewerbevereins durchgeführt – mit guter Resonanz in der Bevölkerung.

Etliche Male fanden unter der Leitung von Klaus Kowsky und mit großer Unterstützung der Malerfirma Dobbert zu Ostern ein Malwettbewerb für Kinder mit Ostereiersuchen im Kirchengarten statt. Es gab Preise für alle Kinder. Für die Kinder was das ein großer Spaß. Von einigen Mitgliedern wurden Kaffee und Kuchen gespendet und verkauft, um so die Kosten gering zu halten. 

Aus der Tombola der Gründerzeit wurde der alljährliche Höhepunkt des Vereins: Der Weihnachtsmarkt. In den ersten Jahren fand dieser in der Pausenhalle und in den Gängen der Owschlager Schule statt, später dann auf dem vorderen Schulhof, danach einige Male auf dem Bahnhofsvorplatz. Al das alles zu eng und klein geworden war, ging man auf den Parkplatz des EDEKA-Marktes Haas. Der große Tannenbaum, der seither dort in der Weihnachtszeit steht, kommt vom Gewerbeverein. Er wird mit Unterstützung des Bauhofes und Firma Schäfer aufgestellt und von den Kindergartenkindern geschmückt.

Der Weihnachtsmarkt wird immer am 1. Advent abgehalten. Nachdem vor einigen Jahren ein sehr kalter, verregneter 1. Advent zum Abbruch des Weihnachtsmarktes zwang, wurde dieser einvernehmlich mit Herrn Bech auf das Gelände und vor Allem in die Halle der Firma Bech verlegt und hat dadurch eine erfreuliche Belebung erfahren. Auch trotz der größeren Entfernung zum Dorf wird die Veranstaltung gut angenommen. 

Der Erlös des Weihnachtsmarktes kommt schon seit 1980 alljährlich dem Seniorennachmittag mit Kaffee und Kuchen, sowie kleinen Darbietungen zugute. Auch diese Veranstaltung ist ein fester Bestandteil eines jeden Jahres.

Mit den verschiedenen Aktionen hat der Gewerbeverein immer wieder versucht, auf sich aufmerksam zu machen, wie auch vor einigen Wochen mit einer großzügigen Spende für die Owschlager Tafel.

Allerdings sind all diese Vorhaben nur möglich, wenn die verschiedenen Geschäfte der Vereinsmitglieder von den Bürgern angenommen und genutzt werden. Mehrere alteingesessene Firmen, teilweise schon 100 Jahre lang in Owschlag vertreten, mussten in den vergangenen Jahren schließen, wie z.B. Bäckerei Rathmann, Fleischerei Jess, Betonwerk Woidt, EDEKA-Markt Kühl, Elektro Krings, Tannen Joost und Hotel Försterhaus.

Ein Grund für die Aufgabe dieser Geschäfte mag auch Mangel an geeigneter Nachfolge gewesen sein, Hauptursache war in den meisten Fällen jedoch die Verdrängung durch große Konzerne.

Hierzu passt ein chinesisches Sprichwort: Ein Geschäft zu eröffnen ist leicht. Schwer ist, es geöffnet zu halten.

 

Owschlag-Norby, im Mai 2016
Helga Schäfer